Batteriespeicher richtig dimensionieren
Warum der größte Speicher selten der wirtschaftlichste ist und welche Daten ein Betrieb für die Auslegung braucht.
Im Haushalt
Ein Speicher soll den Solarstrom vom Tag in den Abend und die Nacht bringen. Mehr als den Abend- und Nachtverbrauch kann er nicht sinnvoll abgeben. Liegt der bei 8 kWh am Tag, bringt ein 15-kWh-Speicher kaum mehr als ein 10-kWh-Speicher. Im Winter fehlt außerdem oft der Überschuss, um ihn zu füllen.
Als Faustregel rechnen wir mit 0,7 bis 1,2 kWh nutzbarer Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch und begrenzen auf etwa 1,5 kWh je kWp Anlagenleistung. Wärmepumpe und E-Auto verschieben die Rechnung, weil sie viel Strom zu Zeiten brauchen, in denen wenig Sonne scheint.
Im Betrieb
Gewerbespeicher übernehmen oft mehrere Aufgaben: Eigenverbrauch erhöhen, Lastspitzen kappen, Ladepunkte versorgen. Für jede Aufgabe zählen andere Größen. Für Peak Shaving zählen vor allem die Leistung in kW und die Dauer der Spitzen, für die Verschiebung von Solarstrom die Kapazität in kWh.
Grundlage der Auslegung ist der Lastgang in 15-Minuten-Werten, den Betriebe mit Leistungsmessung beim Netz- oder Messstellenbetreiber erhalten. Ohne ihn lässt sich nur die Größenordnung abschätzen.
| Ziel | Wichtigste Größe | Datengrundlage |
|---|---|---|
| Eigenverbrauch erhöhen | Kapazität (kWh) | Erzeugung und Verbrauch im Tagesverlauf |
| Lastspitzen kappen | Leistung (kW) und Dauer | Lastgang 15 Minuten |
| Ladepunkte versorgen | Leistung (kW) | Ladeleistung, Gleichzeitigkeit, Netzanschluss |
| Ersatzstrom | Leistung und Kapazität | Liste der zu versorgenden Verbraucher |
Ob ein Speicher mit einem Wechselrichter zusammenarbeitet, legt die Kompatibilitätsliste des Herstellers fest. Das prüfen wir bei jeder Kombination.
